Christiane Koopmann, Aspekte der Mehrgliedrigkeit des Ausdrucks in frühneuhochdeutschen poetischen, geistlichen und fachliterarischen Texten, Kümmerle, Göppingen 2002 (GAG 701), 205 Seiten
Seit der 1906 in Buchform erschienenen Hallenser Dissertation des Burdach-Schülers Friedrich Wenzlau Zwei- und Dreigliedrigkeit in der deutschen Prosa des XIV. und XV. Jahrhunderts (Hermaea 4) reißt die Diskussion um dieses frühneuhochdeutsche Phänomen nicht ab. Die Verfasserin setzt es offensichtlich mit der mehrgliedrigen Synonymik (S. 14 u. ö.) bzw. der Synonymenhäufung (S. 15 u. ö.) gleich, ohne zu erklären, was sie unter einem Synonym versteht und wie sie die partielle Synonymie beurteilt. Dass vorrangig diese im 14.16. Jahrhundert Berücksichtigung fand, geht u. a. aus Forderungen Friedrich Riederers hervor, worauf Werner Besch schon 1964 in seinem Aufsatz Zweigliedriger Ausdruck in der deutschen Prosa des 15. Jahrhunderts (Neuphilologische Mitteilungen 65, S. 200221, hier S. 204) hingewiesen hat. Wenzlau unterschied außerdem wohlüberlegt bei seinen Untersuchungen die zwei- und dreifachen Synonyma als die unterste Stufe von der Zwei- und Dreigliedrigkeit, die wiederum mehrere Grade kennt, als höheren Stufen (S. 2).
Seiten 144 - 148
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