Zeitschrift für deutsche Philologie

Ein neues Feld, ein alter Habitus und eine Erfindung: ‚Gruppen’ in der jüngeren, ostdeutschen Literatur

Diese Studie zur ostdeutschen Literatur vor und nach der Wende ist auf den Ordnungsbegriff ‚Gruppe' ausgerichtet. Im Gegensatz zur bisherigen Forschung bringe ich Bourdieu in Anschlag: symbolische Repräsentation durch einen Gruppenpriester sorgt erstens dafür, dass eine ‚Gruppe' im literarischen Feld wahrgenommen wird. Zweitens schließen sich dem Feldbeobachter ostdeutsche Habitus - moralischer Rigorismus, Subversion, Skepsis - zu Werkästhetiken zusammen, die, im Nachhinein, gruppenkohärent wirken.

This study of East-German literature before and after the Wende is organised around the concept of the 'group'. In contrast to earlier research, I use Bourdieu's ideas: symbolic representation by a group priest means first of all that the group becomes visible in the literary field. Secondly, East German characteristics - moral rigour, subversion, scepticism - come together for the observer of the field to form work aesthetics which, with hindsight, give coherence to the group.

Seiten 276 - 297

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