Gert Oberembt, Großstadt, Landschaft, Augenblick. Über die Tradition von Motiven im Werk Gerhart Hauptmanns. Erich Schmidt Verlag, Berlin 1999.
Bereits 1987 hat Gert Oberembt eine vorzügliche Interpretation und Modellanalyse von Hauptmanns Biberpelz vorgelegt. Darin beleuchtete er in umfassender Weise biographische und historische Hintergründe und erläuterte Personal und Sinngehalt des Theaterstücks. Auf diese wichtige Publikation des Münsteraner Literaturwissenschaftlers wird merkwürdigerweise weder in der Verlagsankündigung noch im Vorwort hingewiesen (lediglich in einer kurzen Fußnote, S. 221). Warum? Wollte man nicht darauf aufmerksam machen, daß der vorliegende Band nochmals zwei frühere oder gleichzeitige Abhandlungen über die Diebskomödie anbietet? Aber es handelt sich um durchaus bewahrenswerte Resümees mit anregenden Bemerkungen über das resolute Urweib der Mutter Wolff, eine trickreiche Lügnerin, wissende Spielmacherin und vorbewußte Schauspielerin, die man zuweilen als Herrenmensch Nietzschescher Prägung empfand. Auch der Amtsvorsteher Wehrhahn wirke als Schmierenkünstler und Poseur, nicht ohne menschliche Eigenschaften.
Seiten 308 - 311
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