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BUCHBESPRECHUNGEN

Heinrich Heine, Säkularausgabe. Werke - Briefwechsel - Lebenszeugnisse. Hrsg. von der Stiftung Weimarer Klassik und dem Centre National de la Recherche Scientifique in Paris. Band 4 K: Tragödien – Frühe Prosa 1820–1831. Kommentar. Bearbeiter Elke Richter unter Einbeziehung der Vorarbeiten von Karl Wolfgang Becker. Akademie Verlag, CNRS Edition, Berlin, Paris 1996.

Kennzahl zfdph_19980216
Robert Steegers
 
Zu den Relikten der deutschen Teilung gehört die kuriose und in dieser Form einmalige Existenz zweier historisch-kritischer Ausgaben eines Autors: der Düsseldorfer Heine-Ausgabe (DHA) und der Heine-Säkularausgabe (HSA). Während erstere mit dem im Frühjahr 1997 vorgelegten Registerband mittlerweile abgeschlossen ist, hatte ihr ostdeutsches Pendant nach dem deutsch-deutschen Zusammenschluß mit Schwierigkeiten zu kämpfen, bis Finanzierung und Weiterführung der Ausgabe gesichert waren. Nun liegt ein weiterer Band der HSA vor, der den Kommentar zum bereits 1981 erschienenen Band 4: „Tragödien – Frühe Prosa 1820–1831“ enthält.

Wie bei den vorangegangenen Bänden der HSA fällt auch am vorliegenden Band 4 K die gegenüber der Düsseldorfer Parallelausgabe großzügigere und benutzerfreundlichere Ausstattung mit breiterem Rand und ruhigerer Seitengestaltung ins Auge. Ferner ist, um noch ein Wort zu den Äußerlichkeiten zu verlieren, im Vergleich zu den HSA-Bänden aus den Zeiten der Deutschen Demokratischen Republik die Papierqualität deutlich gestiegen, was die Weimarer Edition zwar nicht notwendig zur „besseren“, aber doch zur insgesamt „schöneren“ der beiden großen Heine-Ausgaben macht. Aber auch zumindest einer der vorgebrachten editionstechnisch-inhaltlichen Einwände gegen die HSA scheint für den besprochenen Band nicht zu gelten: Von einer allzu spärlichen Kommentierung wie etwa noch bei den Briefbänden kann wenigstens nicht mehr durchgängig die Rede sein. So zählt etwa der Stellenkommentar zu Heines dramatischem Erstling „Almansor“ 144 Einträge auf 33 Seiten, gegenüber 121 Einträgen auf 23 Seiten im entsprechenden Band der DHA. Beim „William Ratcliff“, Heines zweitem und letztem dramatischen Versuch, sind die Relationen weniger eindeutig: 59 Einträge auf zehn Seiten stehen hier 48 Einträgen auf dreizehn Seiten in der DHA gegenüber. Bleiben wir aber, um die Stärken und Schwächen des vorliegenden Kommentarbandes aufzuzeigen, beim „Almansor“, diesem als Drama gescheiterten, aber als ein frühes Dokument der Grundthemen von Heines Religions- und Gesellschaftskritik bedeutsamen Text, der in der Heine-Forschung bislang noch zuwenig Berücksichtigung gefunden hat.
(Seite 309 - 311)
SmartLink: ZfdPh.02.1998.309 Hilfe

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