BUCHBESPRECHUNGEN
Reinhard Tenberg, Die deutsche Till Eulenspiegel-Rezeption bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. Würzburg 1996 (Epistemata, Würzburger Wissenschaftliche Schriften, Reihe Literaturwissenschaft, Band 161).
Jürgen Schulz-Grobert
An Arbeiten zur Rezeption und Wirkungsgeschichte fehlt es in der Eulenspiegel-Forschung durchaus nicht. Bei der fast unübersehbaren Fülle einschlägiger Materialien ist eine umfassende ‚Geschichte der Eulenspiegel-Rezeption‘ von den Anfängen um 1500 bis zur Gegenwart allerdings noch lange nicht in Sicht. Wenigstens für das erste Kapitel eines derartigen Projektes zeichnen sich jetzt dank der Arbeit Tenbergs vergleichsweise klare Konturen ab. Im Zentrum der Göttinger Dissertation stehen „volkssprachliche deutsche Rezeptionszeugnisse“ (S. 11) aus dem 16. Jahrhundert, mit denen die von Anfang an bemerkenswert kontinuierlich nachweisbare Rezeptionsgeschichte des Eulenspiegelbuchs beginnt.
Mit bedenkenswerten Überlegungen zu dessen Vorgeschichte beginnt nun die Arbeit von Tenberg. Seine auf eine kurze Einleitung (S. 11–14) folgenden Bemerkungen „Zur Forschung“ im 2. Kapitel (S. 15–29) zeichnen sich nicht zuletzt dadurch aus, daß sie in aller wünschenswerten Deutlichkeit die sonst immer noch viel zu zaghaft wahrgenommenen Bedenken und Zweifel bündeln, die in der entstehungsgeschichtlich ausgerichteten Eulenspiegel-Forschung mittlerweile gegenüber Honeggers spekulativem Identifizierungsversuch des Autors mit dem Braunschweiger Zollschreiber Hermann Bote vorgebracht wurden. Mit Blick gerade auch auf die „frühen Rezeptionsdokumente aus Humanistenkreisen“ verweist Tenberg in diesem Zusammenhang auf die bislang fast vollständig ignorierte Perspektive, das Eulenspiegelbuch in seiner ältesten überlieferten Erscheinungsform der Straßburger Drucke auch entstehungsgeschichtlich „deutlich näher in einen humanistischen Kontext zu stellen“ (S. 27f.).
Mit bedenkenswerten Überlegungen zu dessen Vorgeschichte beginnt nun die Arbeit von Tenberg. Seine auf eine kurze Einleitung (S. 11–14) folgenden Bemerkungen „Zur Forschung“ im 2. Kapitel (S. 15–29) zeichnen sich nicht zuletzt dadurch aus, daß sie in aller wünschenswerten Deutlichkeit die sonst immer noch viel zu zaghaft wahrgenommenen Bedenken und Zweifel bündeln, die in der entstehungsgeschichtlich ausgerichteten Eulenspiegel-Forschung mittlerweile gegenüber Honeggers spekulativem Identifizierungsversuch des Autors mit dem Braunschweiger Zollschreiber Hermann Bote vorgebracht wurden. Mit Blick gerade auch auf die „frühen Rezeptionsdokumente aus Humanistenkreisen“ verweist Tenberg in diesem Zusammenhang auf die bislang fast vollständig ignorierte Perspektive, das Eulenspiegelbuch in seiner ältesten überlieferten Erscheinungsform der Straßburger Drucke auch entstehungsgeschichtlich „deutlich näher in einen humanistischen Kontext zu stellen“ (S. 27f.).
(Seite 138 - 140)
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