BUCHBESPRECHUNGEN
Dirk Matejovski, Das Motiv des Wahnsinns in der mittelalterlichen Dichtung, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a.M. 1996 (Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 1213).
Bernhard D. Haage
In letzter Zeit regt sich in der mediävistischen Germanistik vermehrt Interesse an der Thematisierung der Medizin in mittelhochdeutscher Dichtung (z.B. Waltraut F. Dubé: Medieval Medicine in Middle High German Epics, Ann Arbor 1983; Bernhard D. Haage: Studien zur Heilkunde im „Parzival“ Wolframs von Eschenbach, Göppingen 1992, u.ö.; Arthur Groos: Wolframs Schlangenliste („Parzival“ 481) und Pseudo-Apuleius, in: Licht der Natur. Festschrift für Gundolf Keil zum 60. Geburtstag, hrsg. v. Josef Domes u.a., Göppingen 1994, S. 129–148 – alle drei nicht bei Matejovski). Auf die notwendigen methodischen Prämissen einer adäquaten Interpretation derartiger Thematik in poetischen Texten habe ich mehrfach hingewiesen: Verständnissicherung durch das Studium mittelalterlichen Fachschrifttums, um hierdurch die Frage zu klären, ob fachwissenschaftlicher Einfluss vorliegt oder ob es sich um rein fiktionalliterarische Tradition handelt, weiter auf die kultur- und mentalitätsgeschichtliche Einordnung, weiter auf die lexikalisch-grammatische Analyse der Textstelle und Untersuchung der narrativen Funktion (vgl. u.a. Haage 1992).
(Seite 460 - 463)
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