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BUCHBESPRECHUNGEN

Rheinisch-Westfälische Sprachgeschichte, hg. v. Jürgen Macha, Elmar Neuß, Robert Peters unter Mitarbeit von Stephan Elspaß, Böhlau, Köln, Weimar, Wien 2000 (Niederdeutsche Studien 46), 409 Seiten

Kennzahl zfdph_20040110
Willy Sanders
 
Unter dem Stichwort ‚Regionalität‘ hat sich seit den neunziger Jahren – in einer bemerkenswerten Umorientierung der Sprachgeschichtsschreibung – das Forschungsinteresse den sprachlichen Entwicklungsverläufen in regionalen Teilbereichen des deutschen Sprachraums zugewandt. Dass diese sich keineswegs mit unseren herkömmlichen Landschaften, historischen Territorien oder modernen Verwaltungseinheiten decken müssen, zeigt sich im vorliegenden Fall. Ripuarisch-Kölnisch, Niederrheinisch und Westfälisch, plakativ zusammengefasst in dem „Rheinisch-Westfälisch“ des Titels, sind als alter Problembereich bekannt. Der zu einer regionalsprachlichen Einheit verschmolzene Dreierbund, der ungefähr dem heutigen Nordrhein-Westfalen gleichkommt, kann sich in seiner raumzeitlichen Geschlossenheit mit vielen anderen deutschen Sprachregionen nicht messen, und zumal der ‚Niederrhein’ hat sprachhistorisch etwas von der Fatalität jenes ominösen Bermuda-Dreiecks der Seefahrtsgeschichte. Umso wichtiger, dass Anlage und Durchführung des Sammelbandes von einer durchdachten, strengen Konzeptionierung zeugen, die kaum Wünsche offen lässt. Da es zudem gelungen ist, für die einzelnen Teilräume und Zeitabschnitte sehr fachkundige Bearbeiter zu gewinnen, entsteht der Eindruck einer augenfälligen Homogenität, wie man sie sonst nur bei Werken aus einer Feder erwartet. Ein Musterstück regionaler Sprachgeschichtsschreibung?
(Seite 131 - 133)
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