AUFSÄTZE
Das Artikulierte und das Inartikulierte – Zum semantischen Wandel der Artikulation in der ‚Sattelzeit‘
Markus Wilczek
Dieser Artikel vollzieht die semantische Rekonfiguration des Paradigmas der ‚Artikulation' um 1800 nach. Ausgehend von einer Lektüre der Schriften Monboddos, Herders, Kants, Fichtes und Humboldts wird argumentiert, dass sich ‚Artikulation' von einem in erster Linie linguistisch-anatomischen Begriff zu einem Prinzip wandelt, das zur Abbildung und Analyse von Ordungsverhältnissen jeglicher Art dient. Die These ist, dass erst die Redefinition des Verhältnisses vom Artikulierten zum Inartikulierten um 1800 die Entwicklung der Artikulation zur zentralen Denkfigur strukturalistischen Denkens möglich machte.
On the basis of readings from Monboddo, Herder, Kant, Fichte and Humboldt, this article examines how the notion of ‚articulation' is transformed during the Goethezeit from a linguistic and anatomical term into the pre-eminent model for representing order in art and nature. My thesis is that articulation comes to occupy such a position of functional primacy - most notably in the writings of the Structuralists - as a result of the redefinition of the relationship of the articulate to the inarticulate which took place around 1800.
On the basis of readings from Monboddo, Herder, Kant, Fichte and Humboldt, this article examines how the notion of ‚articulation' is transformed during the Goethezeit from a linguistic and anatomical term into the pre-eminent model for representing order in art and nature. My thesis is that articulation comes to occupy such a position of functional primacy - most notably in the writings of the Structuralists - as a result of the redefinition of the relationship of the articulate to the inarticulate which took place around 1800.
(Seite 198 - 225)
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