AUFSÄTZE
Performanz als Kategorie einer kulturanalytischen Lingusitik
Joachim Scharloth
Dieser Artikel behandelt die Frage, wie der Performanzbegriff im Rahmen der Linguistik fruchtbar gemacht werden kann. Im Anschluss an eine Rekonstruktion definitorischer Merkmale des kulturwissenschaftlichen Performanzbegriffs wird gezeigt, dass linguistische Forschungstraditionen sowohl im Hinblick auf ihre Erkenntnisinteressen als auch im Hinblick auf ihre theoretischen Annahmen mit Gewinn an die kulturwissenschaftliche Diskussion angeschlossen werden können. Ausgehend von einer Unterscheidung in eine sprachtheoretisch und eine kulturanalytisch interessierte Linguistik des Performativen wird schließlich diskutiert, welchen Nutzen eine performatorische Perspektive auf die verbale Interaktion für das Verstehen kulturellen Wandels haben kann und inwiefern diese Perspektive eine Transformation der Gegenstände der Linguistik bedingen würde.
This article discusses the question of how the concept of performance can be made fruitful in the framework of linguistics. Defining features of the concept of performance in cultural studies are reconstructed, and on this basis it is shown that linguistic research traditions can profitably be brought into connection with the debate in cultural studies both with respect to their research interests and to their theoretical assumptions. After making a distinction between two types of linguistics: that with a language-theoretical interest and that with a culturally oriented interest in performance, the article discusses the usefulness that a performative perspective on verbal interaction can have in understanding cultural change and to what extent this perspective can cause a transformation in the objects of linguistic study.
This article discusses the question of how the concept of performance can be made fruitful in the framework of linguistics. Defining features of the concept of performance in cultural studies are reconstructed, and on this basis it is shown that linguistic research traditions can profitably be brought into connection with the debate in cultural studies both with respect to their research interests and to their theoretical assumptions. After making a distinction between two types of linguistics: that with a language-theoretical interest and that with a culturally oriented interest in performance, the article discusses the usefulness that a performative perspective on verbal interaction can have in understanding cultural change and to what extent this perspective can cause a transformation in the objects of linguistic study.
(Seite 390 - 410)
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