BUCHBESPRECHUNGEN
Georg Kreis (Hg.): Der „gerechte Krieg“. Zur Geschichte einer aktuellen Denkfigur, Schwabe, Basel 2006. / Stephan Jaeger, Christer Petersen (Hgg.): Zeichen des Krieges in Literatur, Film und Medien, Bd. 2: Ideologisierung und Entideologisierung, Ludwig, Kiel 2006.
Eva Horn
Der Kalte Krieg ist vorbei, soviel steht fest. Aber viel mehr auch nicht. Deutlich wird das an der relativen Ratlosigkeit zweier im Jahre 2006 erschienenen Sammelbände zum Krieg: Das von dem Basler Historiker Georg Kreis herausgegebene Buch „Der ‚gerechte Krieg‘. Zur Geschichte einer aktuellen Denkfigur“ und der von den Literaturwissenschaftlern Stephan Jaeger und Christer Petersen edierte, dem Thema „Ideologisierung und Entideologisierung“ gewidmete Band 2 der Serie „Zeichen des Krieges in Literatur, Film und den Medien“. Beide Bände gehen, ohne dass das explizit gemacht würde, von einer fundamentalen Veränderung dessen aus, was man eine ‚Kultur‘ des Krieges oder der Konfliktführung nennen könnte: Vom hoch ideologisierten, aber symmetrischen Großkonflikt zwischen ‚Ost‘ und ‚West‘ hat sich der Blick auf jene lokalen, asymmetrischen und nicht selten irregulären Formen der Konfliktführung verschoben, die unter dem Titel der ‚neuen Kriege‘ eigentlich eine sehr alte Form der organisierten Gewalt vorführen.
(Seite 609 - 611)
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