Zeitschrift für deutsche Philologie
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Ausgabe 03/2009 [1]
AUFSÄTZE

Zweimal „Erec“ am Anfang des deutschen Artusromans? Einige Folgerungen aus den neugefundenen Fragmenten

Kennzahl zfdph_20090303
Sonja Glauch:
 
Die vor wenigen Jahren im Stift Zwettl entdeckten Textfragmente bezeugen die Existenz eines mitteldeutschen ›Erec‹-Romans, der offenkundig unabhängig von Hartmanns ›Erec‹ entstanden ist. Ältere Thesen über das Verhältnis zwischen der Ambraser und der Wolfenbütteler Überlieferung von Hartmanns ›Erec‹ bzw. den davon repräsentierten Textfassungen werden damit hinfällig. Dennoch gibt es Verdachtsmomente dafür, dass auch im Süden des Rezeptionsraums nicht alle ›Erec‹-Kenntnis auf Hartmanns Version allein basierte. Der Beitrag plädiert dafür, die uneinheitliche und schüttere Überlieferung als eine aufschlussreiche Momentaufnahme der frühen Überlieferungs- und Verbreitungsgeschichte der höfischen Epik zu sehen.

Fragments of text discovered a few years ago in Zwettl Abbey testify to the existence of a Central German ›Erec‹ romance which obviously was composed independently of Hartmann’s ›Erec‹. Older theories about the relationship between the text versions of Hartmann’s ›Erec‹ contained in the Ambras and Wolfenbüttel manuscripts have thus become irrelevant. Nevertheless there are indications that even in the south of the German-speaking area not all knowledge about ›Erec‹ was based solely on Hartmann’s version. This article argues that the varied and sparse manuscript tradition should be seen as a revealing snapshot of the early tradition and spread of German courtly epic.
(Seite 347 - 371)
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