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AUFSÄTZE

Die „Wollust des Schmerzes“ und die „Qual des Henkers“. Allusionen auf die imitatio Christi in Büchners Revolutionsdrama „Dantons Tod“

Kennzahl zfdph_20090404
Gregor Streim
 
Büchner verbindet die Darstellung des Leidens in seinem Revolutionsdrama auf auffällige Weise mit Anspielungen auf die neutestamentarische Passionsgeschichte und die religiöse Tradition der imitatio Christi. Die Studie analysiert die Funktion dieser intertextuellen Bezugnahmen. Sie zeigt auf, wie empfindsam-pietistische Bilder und Formeln eingesetzt werden, um das Bestreben der Protagonisten nach einer Transzendierung des Leidens zu desillusionieren. In diesem Zusammenhang wird auch die Frage diskutiert, ob die religiöse Konnotation des Leidens im Drama als Referenz auf die Sensualismus-Spiritualismus- Debatte und die Religionskritik Heines verstanden werden kann.

Büchner connects the representation of suffering in his play on the revolution in a remarkable way with allusions to the New Testament passion story and the religious tradition of the imitatio Christi. The present study analyses the function of these intertextual references. It points out how sentimental pietistic images and formulas are used in order to disillusion the aspirations of the protagonists to a transcending of suffering. A further question which is also discussed in this connection is whether the religious connotation of suffering in the play can be understood as a reference to the debate on sensualism and spiritualism and to Heine’s critique of religion.
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