AUFSÄTZE
Literarische Osculologie nach Adalbert Stifter: „Der Kuß von Sentze“
Marcus Twellmann
„Der Kuß von Sentze“ handelt von dem Versuch, die Lippenberührung einer zeremoniellen Ordnung zu unterstellen, und reflektiert damit auf eine Tendenz zur Formalisierung, von der Stifters Spätwerk geprägt ist. Dieser Tendenz entspricht das Bemühen, die Ordnung der Dinge, der Moose etwa wie auch der Küsse, taxonomisch zu erfassen. In dieser Erzählung aber lässt Stifter solche Bestrebungen glücklich scheitern.
“Der Kuß von Sentze” deals with the attempt to submit the contact of lips to ceremonial rules, thereby reflecting a tendency to formalization that is formative for Stifter’s late work. In line with this tendency is the attempt to capture the order of things, including mosses and kisses, in taxonomies. This novel, however, is about the happy failure of such endeavours.
“Der Kuß von Sentze” deals with the attempt to submit the contact of lips to ceremonial rules, thereby reflecting a tendency to formalization that is formative for Stifter’s late work. In line with this tendency is the attempt to capture the order of things, including mosses and kisses, in taxonomies. This novel, however, is about the happy failure of such endeavours.
(Seite 531 - 544)
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