AUFSÄTZE
Emblematik vor der Emblematik? Der frühe Buchdruck als Experimentierfeld er Text-Bild-Beziehungen
Seraina Plotke
Der Auftakt der Emblematik wird im Allgemeinen auf das Jahr 1531 datiert, als die ekphrastischen Epigramme Andrea Alciatos im Druck mit Holzschnittillustrationen bebildert wurden. Das Buch, das in Augsburg unter dem Titel „Emblematum liber“ publiziert wurde, stieß auf große Resonanz und wurde in den folgenden Jahrzehnten mehrfach aufgelegt, bearbeitet und übersetzt. Es wurde richtungsweisend und bildete das Modell für eine wahre Schwemme von Emblembüchern, die im 16. und 17. Jahrhundert veröffentlicht wurden. So bedeutend Alciatos „Emblematum liber“ für das Genre war, die Bebilderung eines im Jahr 1531 gedruckten Werks stellte keine Ungewöhnlichkeit dar. Dieser Artikel beleuchtet die zentrale Rolle der Druckkultur der Zeit für die Entstehung der Emblematik anhand eines ausgewählten Beispiels und wirft die Frage auf, ob und in welchem Ausmaß Text- Bild-Kombinationen vor 1531 Embleme genannt werden können.
The birth year of emblematics is generally considered to be 1531, the year woodcut illustrations were added in printing Andrea Alciato's Latin ecphrastic epigrams. Printed in Augsburg and entitled “Emblematum liber”, the volume was very well received and frequently reprinted, adapted, and translated in the following years. It set a trend and provided the model for the veritable flood of emblem books published during the sixteenth and seventeenth centuries. But significant as Alciato‘s “Emblematum liber” was for the genre, the 1531 addition of woodcut illustrations to a printed work was not at all unusual. This article, using a selected example, will highlight the central role played by the printing culture of the time in the origin of emblematics, and will also raise the question whether and to what extent pre-1531 text-image combinations can be called emblems.
The birth year of emblematics is generally considered to be 1531, the year woodcut illustrations were added in printing Andrea Alciato's Latin ecphrastic epigrams. Printed in Augsburg and entitled “Emblematum liber”, the volume was very well received and frequently reprinted, adapted, and translated in the following years. It set a trend and provided the model for the veritable flood of emblem books published during the sixteenth and seventeenth centuries. But significant as Alciato‘s “Emblematum liber” was for the genre, the 1531 addition of woodcut illustrations to a printed work was not at all unusual. This article, using a selected example, will highlight the central role played by the printing culture of the time in the origin of emblematics, and will also raise the question whether and to what extent pre-1531 text-image combinations can be called emblems.
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