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Abenberc Babenberc Eine Minimalvariante im Parzival (227,13) und ihr Hintergrund
Eine Minimalvariante im Parzival (227,13) und ihr Hintergrund
In der Vorrede zur Nibelungen-Ausgabe aus dem Jahr 1826 erwägt Karl Lachmann die Notwendigkeit der Verzeichnung der Lesarten sämtlicher erhaltener Handschriften. Dies wird nur einen sinn haben wo in jeder lesart die echte stecken kann. Für die Nibelungen verwirft er eine solche Vorgangsweise, da er in A (München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 34) die dem Original am nächsten stehende Handschrift sieht und den übrigen Textzeugen keine grössere beglaubigung als eine conjectur zugesteht. Sieben Jahre später stellt er in der Einleitung zu seiner Parzival-Ausgabe erneut Überlegungen über die Gewichtung der Überlieferungsträger an. Diesmal jedoch spricht er von der Gleichwertigkeit der Hauptklassen *D und *G und führt die Bevorzugung einer Klasse (*D) lediglich auf pragmatische Gründe zurück. Damit aber erfährt der Lesartenapparat durch den Herausgeber selbst eine beträchtliche Aufwertung was, mit wenigen Ausnahmen4, am Rezeptionsverhalten der nachfolgenden Generationen wenig änderte: Der Lachmann-Text war sakrosankt, in seinem Schatten ruhte der Lesartenfriedhof.
Seiten 99 - 110
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.ZfdPhdigital.de/ZFDPH.01.2007.099
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