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Ablenkung
Kafkas Idee des literarischen Suizids
Die variablen Anschlussmöglichkeiten, die Kafkas Texte dem Interpreten bieten, können als Punkte eines topologischen Netzwerkes begriffen werden, das ohne Anfang und Ende immer auf den nächsten Knotenpunkt verweist. Durch diese permanente Ablenkung konstituiert sich ein Zwischenraum, der befreit von teleologischen Fixpunkten einen Zustand der Schwebe erzeugt. Es lässt sich zeigen, dass Kafka die Schrift als diesen Zwischenraum begreift und in seinen Figuren den Zustand der Schwebe reproduziert. Hinter diesem Modell steckt eine Idee von Autorenschaft, die eine Form von Subjektivität im Text nur deshalb inszeniert, um sie durch die resultierenden Deutungsbewegungen zu nichten.
The variable connections offered to the interpreter by Kafka's texts can be seen as points in a topological network which, without beginning or end, always point to the next nodal point. This constant distraction allows a space to develop which, free of teleological fixed points, produces a state of suspension. It can be shown that Kafka understands writing as this space and reproduces the state of suspension in his figures. Behind this model is an idea of authorhood which creates a form of subjectivity in a text only to destroy it through the resulting changes in interpretation.
Seiten 266 - 286
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.ZfdPhdigital.de/ZFDPH.02.2003.266
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