Stets auf dem Laufenden – mit dem kostenlosen Newsletter!
Annette Gerok-Reiter: Individualität. Studien zu einem umstrittenen Phänomen mittelhochdeutscher Epik (Bibliotheca Germanica 51), A. Francke Verlag, Tübingen und Basel 2006, IX und 350 Seiten.
Zuerst von dem Titel; denn soviel haben wir aus dem langweiligen Lesen der Literaturzeitungen schon gelernt, daß eine tüchtige Kritik gern vor allen Dingen am Titel ihren Schnabel wezt. Also der Titel ist wunderlich; denn er ist ebenso treffend wie irreführend. Treffend insofern, als Annette Gerok-Reiter in ihrer anspruchsvollen Untersuchung (Druckfassung ihrer Mainzer Habilitationsschrift von 2004/05) das Paradigma Individualität in problem- und forschungsgeschichtlicher Perspektive und in Interpretationen von fünf repräsentativen Versepen (Nibelungenlied, Parzival, Tristan, Willehalm und Partonopier und Meliur) präsentiert, jeweils mit dem Ziel, Normabweichung als Indikator eines virtuellen Begriffs von Individualität im Mittelalter plausibel zu machen. Wunderlich ist die präsumptive Festschreibung von Individualität als einem Phänomen. Da es keinen eindeutigen, diachron gültigen Begriff von Individualität gibt, der als Leitfaden der Interpretationen dienen könnte, geht die Verfasserin von einer vielschichtigen kulturellen Textur der Individualitätsansätze (S. 51) aus, die in den literarischen Texten auf je unterschiedliche Weise realisiert werden.
Seiten 463 - 470
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.ZfdPhdigital.de/ZFDPH.03.2009.463
Dieses Dokument kaufen
- schnell informieren: downloaden und lesen
- auf Wissen vertrauen: geprüfte Fachinformation als PDF
- bequem zahlen: Zahlung gegen Rechnung, durch Bankeinzug oder per Kreditkarte
Nutzen Sie unser Archiv und recherchieren Sie in den Inhaltsverzeichnissen, Kurz- und Volltexten seit Ausgabe 01/1998
Jahrgang 2011 ▼
Jahrgang 2010 ▼
Jahrgang 2009 ▼
- Ausgabe 04/2009
- Ausgabe 03/2009
- Ausgabe 02/2009
- Ausgabe 01/2009
