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Barbara Thums, Den Ankünften nicht glauben wahr sind die Abschiede. Mythos, Gedächtnis und Mystik in der Prosa Ilse Aichingers (Rombach Wissenschaften. Reihe Cultura, Bd. 14). Rombach Verlag, Freiburg/Breisgau 2000.
Das Zitat, das der Tübinger Dissertation den Titel gegeben hat (eine Notiz Ilse Aichingers aus dem Jahre 1975), verweist auf deren Leithypothese: daß Aichingers Schreiben auf einen atopischen Fluchtpunkt mythischer Vergegenwärtigung der Ungeschiedenheit von Wort und Ding hin gespannt ist (S. 11). Insofern situiert die Verfasserin Aichingers poetisches Programm innerhalb des sprach-, erkenntnis- und kulturskeptischen Projekts der Moderne, die so die Verfasserin im Anschluss an Karl Heinz Bohrer auf den Verlust von Transzendenz mit einer Emphatik des Augenblicks reagiert (S. 10). Dabei werden das Mythische, das Mnemonische und das Mystische, als drei Paradigmata einer ästhetischen Reflexion auf Entzogenes verstanden, zunächst als Textverfahren in der Konkretion des poetischen Texts analysiert, um in einem zweiten, abstrakten Zugriff als Denkfiguren unter Rekurs auf Diskurse der (Post-)Moderne bestimmt zu werden. Abstrakte, strukturelle Gemeinsamkeit aller Modelle in beiden Ausprägungen ist dabei, dass sie auf Entzogenes referieren, als Um-Schreibung von Leerstellen fungieren (S. 15). Neben einem solchen Nachweis von Homologien der poetischen zu theoretischen Texten geht es der Verfasserin auch um poetisch-intertextuelle Rekurse, um literarische Korrespondenz mit Ingeborg Bachmann, Paul Celan und Günter Eich, die mit Aichinger das Anliegen verbinde, den Zusammenhang von Faschismus-, Macht- und Sprachkritik auszustellen (S. 13).
Seiten 612 - 615
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.ZfdPhdigital.de/ZFDPH.04.2001.612
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