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Beate Wirth-Ortmann, Heinrich Heines Christusbild. Grundzüge seines religiösen Selbstverständnisses. Ferdinand Schöningh, Paderborn, München, Wien, Zürich 1995.
Und als der Morgennebel zerrann, / Da sah ich am Wege ragen / Im Frührotschein das Bild des Manns, / Der ans Kreuz geschlagen. (Heine, Deutschland. Ein Wintermährchen). Diese auch von Theodor Storm in seinem Crucifixus-Gedicht (vom September 1865) inszenierte ästhetische Kritik am Kreuzsymbol, an der Disharmonie von Kunst und Natur, läßt eine bezeichnende Facette von Heines vielgestaltigem Christusbild aufblitzen. In einer kulturell vorurteilslosen jüdischen Kaufmannsfamilie in Düsseldorf geboren und zur Toleranz erzogen, hat sich Heine vor dem Abschluß seines Jurastudiums an der Universität Göttingen im provinziellen Heiligenstadt (Eichsfeld) protestantisch taufen und sich mit dem Taufzettel das Entrée-Billett zur Europäischen Cultur ausstellen lassen.
Gleichwohl galt Heines Christusbild bislang keine systematische, den zeitgeschichtlichen Hintergrund berücksichtigende Analyse. Diese unternimmt Beate Wirth-Ortmann mit ihrer Düsseldorfer Dissertation material- und kenntnisreich. Die facettenreichen Grundzüge von Heines individuellem religiösen Profil sind an seinem eklektischen Christusbild im Vergleich mit den Ikonographien der Christusgestalt der neutestamentlichen Schriften systematisch dargestellt.
Seiten 635 - 367
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.ZfdPhdigital.de/ZFDPH.04.1998.635
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