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Das Höchste wäre: zu begreifen, dass alles Factische schon Theorie ist
Walter Benjamin liest Goethe
Nach wie vor herrscht die Auffassung vor, dass Benjamins Selbstverständnis als Kritiker der Frühromantik verpflichtet sei. Ähnlich wie das der Romantiker scheint sich sein kritisches Interesse an Goethe auf ästhetische Fragen zu beschränken. Gleichwohl finden sich auch in Benjamins späteren, politisch engagierten Schriften Zeugnisse einer andauernden Auseinandersetzung mit Goethe. Wie sich zeigen lässt, geht dies mit einer Verlagerung des Interesses von den poetischen zu den naturwissenschaftlichen Schriften einher. Sie bilden den Hintergrund für eine produktive Aneignung goethescher Gedanken im Medium der Kritik.
As a critic, Benjamin is in general regarded to be indebted to German Early Romanticism. Like the Romantics his critical interest in Goethe seems to be limited to questions of aesthetics. However, evidence of a continued interest in Goethe can be found throughout his later, politically engaged writings as well. As can be demonstrated, the focus in Benjamin's interest has changed from his poetics to his natural scientific writings. As a consequence, here he finds productive ways to adopt Goethean thoughts, though still within the medium of critique.
Seiten 265 - 284
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.ZfdPhdigital.de/ZFDPH.02.2002.265
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