Inhalt » Archiv » Ausgabe 02/1999 » Das magische Gesetz der hebräischen Sprache. Drostes „Judenbuche“ und der spätrömische Diskurs über die jüdische Magie

Das magische Gesetz der hebräischen Sprache. Drostes „Judenbuche“ und der spätrömische Diskurs über die jüdische Magie

Vorliegende Untersuchung stellt die hebräische Schrift der „Judenbuche“ in den wissensgeschichtlichen Kontext des spätromantischen Diskurses über Schrift, Gesetz und Magie der Juden. Zwei konträre Beschreibungssysteme standen zur Debatte; sie machen die „Judenbuche“ in zwei Versionen lesbar. Nach dem Modell einer „schwarzen Magie“ verschaffen sich die Juden vermittels der Magie der hebräischen Sprache ein Recht, das außerhalb der Ordnung christlicher Rechtssysteme liegt. Nach dem Modell der „natürlichen Magie“ hingegen restituiert die magische Handlung der Juden eine kosmologisch verstandene moralische Ordnung. Ein Brieffund läßt Rückschlüsse auf Drostes Kenntnis dieser Modelle zu.

This study places the Hebrew inscription in the ‚Judenbuche‘ in the historical context of the late Romantic discussion on the writing, law and magic of the Jews. There are two opposing descriptions to chose from, which allow two readings of the ‚Judenbuche‘. According to the ‚Black Magic‘ model, the magic of the Hebrew language gives the Jews a law which lies beyond the order of Christian legal systems. On the other hand, according to the ‚Natural Magic‘ model the magic rites of the Jews restore a comological moral order. The fact, that a letter was found, throws light on Droste’s knowledge of these models.

Seiten 234 - 265

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.ZfdPhdigital.de/ZFDPH.02.1999.234

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