Inhalt » Archiv » Ausgabe 03/2002 » Die Androhung der Unordnung: Inszenierung, Macht und Verhandlung in Wolframs „Willehalm“

Die Androhung der Unordnung: Inszenierung, Macht und Verhandlung in Wolframs „Willehalm“

Dieser Aufsatz präsentiert eine neue Auffassung der konfliktbeladenen Munleunszene in Wolframs von Eschenbach "Willehalm". Im Gegensatz zu der traditionellen Auffassung dieser Szene, die Willehalms Auftritt und Benehmen am Hof als unhöfisch versteht, zeigt dieser Beitrag, dass Willehalm sehr wohl nach den Regeln des höfischen Umgangs handelt. Die spannungsgeladene Begegnung zwischen König Loys und Willehalm kreist um einen Sprechakt. Mittels visueller Zeichen und schließlich durch Worte droht Willehalm, Loys die Treue aufzukündigen, und es ist diese Drohung, die die gesamte Szene beherrscht. Willehalms Verhalten ist aber durchaus kalkuliert und zwingt Loys zur Verhandlung.

This paper presents a new reading of the conflict-ridden Munleun scene in Wolfram von Eschenbach's "Willehalm". In contrast to the traditional appraisal of this scene that interprets Willehalm's appearance and actions as antithetical to his courtly surroundings, I read Willehalm's behaviour and the interaction between him and King Loys as a thoroughly calculated and highly conventional negotiation of power. The tension-filled exchange between Willehalm and the king revolves around a speech act. Through visual signs, and ultimately with words, Willehalm threatens the king with the withdrawal of his fealty, and it is this threat that dominates the entire scene.

Seiten 321 - 341

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.ZfdPhdigital.de/ZFDPH.03.2002.321

Dieses Dokument kaufen

  • schnell informieren: downloaden und lesen
  • auf Wissen vertrauen: geprüfte Fachinformation als PDF
  • bequem zahlen: Zahlung gegen Rechnung, durch Bankeinzug oder per Kreditkarte
€ 23,95 *) PDF | 21 Seiten

*) Inkl. gesetzlicher MwSt. von 19%
Newsletter

Stets auf dem Laufenden – mit dem kostenlosen Newsletter!

Ihre E-Mail-Adresse: