Stets auf dem Laufenden – mit dem kostenlosen Newsletter!
Dissoziationserfahrung und Totalitätssehnsucht. Farbe als Vokabel im Diskurs des Eigentlichen der klassischen Moderne Zu Hugo von Hofmannsthals Briefen des Zurückgekehrten und Gottfried Benns Der Garten von Arles
Zu Hugo von Hofmannsthals Briefen des Zurückgekehrten und Gottfried Benns Der Garten von Arles
Der Aufsatz skizziert, wie das Phänomen der Sprachskepsis der Jahrhundertwende mit dem literarischen Farbenthusiasmus der klassischen Moderne zusammenhängt. Hofmannsthal und Benn suchen nach Ausdrucksmedien, die die semiotische Kluft von Zeichen und Bezeichnetem wie auch die erkenntnistheoretische Subjekt-Objekt- Dualität aufzuheben versprechen. Damit stehen sie im Kontext eines modernitätskritischen Diskurses, der den geschichtsphilosophischen Ort der literarischen Farbbegeisterung erkennen lässt: Es geht um Ganzheitserfahrungen, die quasi-religiöse Qualität besitzen, aber bewusstseinsgeschichtlich jenseits von Religiosität wie auch jenseits der Humanitäts- und Versöhnungsutopien der Aufklärungsepoche liegen. Farbperzeptionen werden als rauschhaft und totalitätsstiftend beschrieben, sind aber nicht von bleibendem, erinnerungsfähigem Erkenntnisgewinn für das Subjekt.
This article sketches the connections between the phenomenon of linguistic scepticism at the turn of the century and the literary enthusiasm for colour in the classical modern movement. Hofmannsthal and Benn searched for forms of expression which promised to overcome the semiotic gulf between signifier and signified as well as the epistemological duality of subject and object. They thus take their place in the context of a discourse critical of modernity, in which the place of the literary enthusiasm for colour in the philosophy of history is recognisable: it is a question of holistic experiences which possess a quasi-religious quality, but which in the history of consciousness lie beyond religiosity and also beyond the utopias of humanity and reconciliation from the period of the Enlightenment. Colour perceptions are described as intoxicating and holistic, but they do not represent a lasting, memorable increase in knowledge for the subject.
Seiten 520 - 555
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.ZfdPhdigital.de/ZFDPH.04.2005.520
Dieses Dokument kaufen
- schnell informieren: downloaden und lesen
- auf Wissen vertrauen: geprüfte Fachinformation als PDF
- bequem zahlen: Zahlung gegen Rechnung, durch Bankeinzug oder per Kreditkarte
Nutzen Sie unser Archiv und recherchieren Sie in den Inhaltsverzeichnissen, Kurz- und Volltexten seit Ausgabe 01/1998
Jahrgang 2011 ▼
Jahrgang 2010 ▼
Jahrgang 2009 ▼
Jahrgang 2008 ▼
Jahrgang 2007 ▼
Jahrgang 2006 ▼
Jahrgang 2005 ▼
- Ausgabe 04/2005
- Ausgabe 03/2005
- Ausgabe 02/2005
- Ausgabe 01/2005
