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Frank Roßnagel, Die deutsche Artusepik im Wandel. Die Entwicklung von Hartmann von Aue bis zum Pleier (Helfant Studien S 11). Helfant edition, Stuttgart 1996.
Nachdem sie lange im Schatten der klassischen Artusromane Hartmanns und Wolframs standen, haben die deutschen Artusromane des 13. Jhds. in den letzten zehn bis zwanzig Jahre verstärkte Forschungsaufmerksamkeit erfahren, die zu einer Neubewertung der früher als epigonal verstandenen Werke führte. Mittlerweile gelten sie den meisten Interpreten als eigenständige, in ihrer jeweiligen Besonderheit zu würdigende Ausfaltungen der Artusthematik, die ganz unterschiedlich auf die gattungskonstituierenden Werke Hartmanns und/oder Wolframs reagieren.
In diese neuere Forschungsrichtung möchte sich auch die Stuttgarter Dissertation Frank Roßnagels einreihen. Ziel der Arbeit ist es, anhand der auffälligsten Aspekte den Wandel in der deutschen Artusepik von Hartmanns Erec bis zum Garel des Pleier gleichermaßen aufzuzeigen und deutlich zu machen, daß diese Veränderungen nicht das Resultat kläglich gescheiterter Nachahmungsversuche untalentierter Imitatoren darstellen, sondern bewußte und beabsichtigte Umwandlungen, um in einem etablierten Genre neue Wege zu gehen und neue Akzente zu setzen. (S. 5). Nach einem knappen, v.a. auf ältere Literatur konzentrierten, Forschungsabriß im ersten Kapitel sowie einer terminologischen Klärung dessen, was Roßnagel unter nachklassisch versteht (nachklassisch heißt für ihn: nach Art der Klassiker, den Klassikern nachempfunden; S. 17) folgen vier weitere Kapitel, die das zugrunde gelegte Textmaterial unter jeweils übergreifenden Fragestellungen abschreiten und so die Veränderungen der deutschen Artusepik in den rund 100 Jahren zwischen Hartmann und dem Pleier anschaulich machen und erklären sollen. Aus der Fülle möglicher Frageansätze hat Roßnagel diejenigen nach dem Heldenbild (Kap. 2), der Form (= Struktur) (Kap. 3), dem Artusbild (Kap. 4) und schließlich den literarischen Anspielungen (Kap. 5) ausgewählt. Alle Kapitel folgen einer einheitlichen, weitgehend chronologisch organisierten Systematik. Zuerst wird das fragliche Problem stets anhand der Klassiker Erec, Iwein und Parzival vorgeführt und erörtert, in einem zweiten Durchgang dann am Beispiel der Nachklassiker Lanzelet, Wigalois, Daniel, Garel und Crône verfolgt.
Seiten 448 - 453
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.ZfdPhdigital.de/ZFDPH.03.1999.448
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