Stets auf dem Laufenden – mit dem kostenlosen Newsletter!
Harald Tausch, Entfernung der Antike. Carl Ludwig Fernow im Kontext der Kunsttheorie um 1800 (Reihe: Studien zur deutschen Literatur, Band 156). Niemeyer, Tübingen 2000.
In seiner Würzburger Dissertation untersucht Harald Tausch die Wurzeln der modernen Ästhetik im Weimarer Spätklassizismus. Schon bei Carl Ludwig Fernow, dem Weimarer Bibliothekar der Herzogin Anna Amalia und Ästhetiker aus der Denkschule Kants, wird Kunst weder auf die Nachahmung der Natur noch auf die Imitation antiker Kunstwerke verpflichtet. Tausch zeigt im Hinblick auf den Stilbegriff auf, wie Fernow den älteren Klassizismus Winckelmanns beerbt und überschreitet, welche Rolle Natur und antike Kunst dabei spielen. Im 18. Jahrhundert wird der Stilbegriff individualisiert und historisiert. Freilich, so Tausch, finde Fernow im Buffonschen Diktum von 1753 Le style est lhomme même. nur eine terminologische Hohlform vor, vorläufig dominiert vom Ideal des honnête homme, des überindividuellen Gesellschaftsmenschen (S. 46). Und wenn Winckelmann mit Bezug auf die antike Kunst der Polyklet und Phidias und mit normativem Anspruch Epochenstile voneinander abhebt, ist dies lediglich ein Sprungbrett für den emphatischen Stilbegriff des Spätklassizismus (S. 47).
Seiten 615 - 617
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.ZfdPhdigital.de/ZFDPH.04.2001.615
Dieses Dokument kaufen
- schnell informieren: downloaden und lesen
- auf Wissen vertrauen: geprüfte Fachinformation als PDF
- bequem zahlen: Zahlung gegen Rechnung, durch Bankeinzug oder per Kreditkarte
Nutzen Sie unser Archiv und recherchieren Sie in den Inhaltsverzeichnissen, Kurz- und Volltexten seit Ausgabe 01/1998
Jahrgang 2011 ▼
Jahrgang 2010 ▼
Jahrgang 2009 ▼
Jahrgang 2008 ▼
Jahrgang 2007 ▼
Jahrgang 2006 ▼
Jahrgang 2005 ▼
Jahrgang 2004 ▼
Jahrgang 2003 ▼
Jahrgang 2002 ▼
Jahrgang 2001 ▼
- Ausgabe 04/2001
- Ausgabe 03/2001
- Ausgabe 02/2001
- Ausgabe 01/2001
