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Horst Dieter Rauh, Heilige Wildnis. Naturästhetik von Hölderlin bis Beuys. Wilhelm Fink Verlag, München 1998.
Im Begriff der Naturästhetik lassen sich zwei Perspektiven unterscheiden. Man kann ihn als Verkürzung eines objektiven Genitivs lesen: Ästhetik der Natur, Naturwahrnehmung, Naturbeobachtung. Man kann aber auch den Bestandteil Ästhetik betonen und befragen. Natur erscheint dann nicht als Objekt, sondern als Funktion des Ästhetischen so wie Autonomieästhetik nicht Wahrnehmung von Autonomie ist, sondern eine spezifische Wahrnehmung im Modus der Autonomie. Während also die erste Perspektive von Naturästhetik die Objektivität von Natur mehr oder weniger bestätigt, wird sie in der zweiten Perspektive als Modalität, wenn nicht als Hervorbringung des Ästhetischen thematisiert. Angesichts der Komplexionen von Wahrnehmung und Darstellung, die der Begriff Ästhetik aufruft, wird die eine Perspektive die andere kaum je ausschließen können. Die Schwerpunkte lassen sich gleichwohl recht deutlich setzen.
Seiten 298 - 300
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.ZfdPhdigital.de/ZFDPH.02.2000.298
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