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Ingo Meyer: Im „Banne der Wirklichkeit“? Studien zum Problem des deutschen Realismus und seinen narrativ-symbolistischen Strategien

Eine 600seitige Monografie zum deutschen Realismus, das hat es wohl nicht mehr gegeben, seit Hans Vilmar Geppert Mitte der Neunziger seine Thesen zum realistischen Weg vorlegte. Bereits ein kursorischer Blick zeigt allerdings, dass sich der enzyklopädische Anspruch dieser Bielefelder Dissertation weniger auf die Literatur des Poetischen Realismus selbst richtet – erst im allerletzten Abschnitt werden ein paar Novellen von Storm, Raabe und Fontane näher untersucht; bei weniger bekannten Autoren sei, wie gleich zu Beginn klargestellt wird, „nichts zu holen“ (13) gewesen. Nein, die Leidenschaft Meyers liegt deutlich im Begrifflichen, in der Auseinandersetzung mit den bisher vorgelegten Konzepten von Realismus, der „Sichtung einer defizitären Kategorie“ (130). Als defizitär gelten dem Verfasser sowohl die deutsche Variante dieser Literaturepoche generell – hier schließt er sich dem alten Rückständigkeits-Topos an und verspricht „keine Rettungsversuche“ (9) – als auch deren literaturwissenschaftliche Erfassung.

Seiten 301 - 304

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.ZfdPhdigital.de/ZfdPh.02.2011.301

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