Stets auf dem Laufenden – mit dem kostenlosen Newsletter!
Jüngers Bienen
Dass Ernst Jünger Insekten gesammelt und Zoologie studiert hat, ist allgemein bekannt, doch wurden die soziologischen und epistemologischen Implikationen seines entomologischen Wissens bislang nicht ernst genommen. Der Aufsatz führt anhand der Gläsernen Bienen exemplarisch vor, dass insbesondere die sozialen Insekten keineswegs nur als Metapher genutzt werden, sondern ein Wissensfeld darstellen, in dem Jünger zentrale Fragen seiner Gegenwartsdiagnostik verhandeln kann. Entgegen der landläufigen Meinung, Jünger sei Platoniker, wird zu zeigen sein, dass ihn die sozialen Insekten zu einer kybernetischen und soziobiologischen Heuristik hinführen, deren Paten nicht Platon oder Herodot, sondern Wiener und Wheeler heißen. Zugleich wird jenes Wissen der Literatur lesbar gemacht, das im Horizont einer Ästhetik des Schreckens unter das Verdikt referentialisierender Fehllektüren gestellt worden ist.
It is well known, that Ernst Jünger was an eager collector of insects and a student of biology, even in the trenches he followed his hobby and yet during his sojourns in military hospitals he went after his studies. His observations have been assigned to his cold character and filed in his aesthetics of terror. Thus, the sociological and epistemological implications of his entomological knowledge have been ignored so far. This paper reads his Gläserne Bienen to show exemplarily the function of the entomological discourse in Jüngers diagnostics of post-war culture. Social insects in his work are not merely a metaphor, but a key to Jüngers cybernetical and socio-biological inspired heuristics, whose godfathers are not Plato or Herodot, but Wiener and Wheeler. By the same token, the essay renders legible a knowledge of literature which frequently fell victim to referentialist misreadings of Jünger against the background of an aesthetics of terror.
Seiten 245 - 260
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.ZfdPhdigital.de/ZfdPh.02.2011.245
Ihr Zugang zur "Zeitschrift für deutsche Philologie"
- Sie sind bereits Kunde des eJournal "Zeitschrift für deutsche Philologie" dann melden Sie sich bitte im Kundenlogin an.
- Möchten auch Sie Kunde des eJournal "Zeitschrift für deutsche Philologie" werden, dann bestellen Sie Ihren Zugang noch heute.
Dieses Dokument kaufen
- schnell informieren: downloaden und lesen
- auf Wissen vertrauen: geprüfte Fachinformation als PDF
- bequem zahlen: Zahlung gegen Rechnung, durch Bankeinzug oder per Kreditkarte
Nutzen Sie unser Archiv und recherchieren Sie in den Inhaltsverzeichnissen, Kurz- und Volltexten seit Ausgabe 01/1998
Jahrgang 2011 ▼
- Ausgabe 03/2011
- Ausgabe 02/2011
- Ausgabe 01/2011
