Inhalt » Archiv » Ausgabe 03/2009 » Julia C. Walworth: Parallel Narratives. Function and Form in the Munich Illustrated Manuscripts of Tristan and Willehalm von Orlens. Short Run Press, Exeter 2007 (King’s College London, Medieval Studies 20), XXIV und 345 Seiten

Julia C. Walworth: Parallel Narratives. Function and Form in the Munich Illustrated Manuscripts of Tristan and Willehalm von Orlens. Short Run Press, Exeter 2007 (King’s College London, Medieval Studies 20), XXIV und 345 Seiten

Julia Walworth hat sich schon relativ früh mit einer kunsthistorischen Dissertation (Yale 1991) zu demselben Thema an der vor fast 40 Jahren neu begonnenen Diskussion um die Bilder in volkssprachig-deutschen Handschriften beteiligt. Inzwischen ist einiges passiert, und die diversen Forschungsüberblicke dieser Neufassung reflektieren das natürlich, obgleich nicht immer auf dem neuesten Stand. Zunächst (im 1. Kapitel: S. 1–21) betreffen sie speziell die beiden Handschriften, denen diese Fallstudien gewidmet sind: die Münchner Handschrift von Gottfrieds Tristan-Roman mit der Fortsetzung Ulrichs von Türheim, einer Textbearbeitung, die dann auch ausgiebig bebildert wurde (cgm. 51), und die etwas spätere ebenfalls Münchner Handschrift des „Willehalm von Orlens“ von Rudolf von Ems (cgm. 63) mit ihrem inhaltlich knapperen, aber in der Machart noch aufwendigeren Bildprogramm (Goldgrundminiaturen statt lavierter Federzeichnungen). Im weiteren Verlauf greift Walworth wiederholt weiter aus, um ihr eigenes Unternehmen zu situieren, z.B. mit einer (bewusst selektiven) Betrachtung der Literatur zum Text-Bild-Verhältnis im 12. und 13. Jahrhundert allgemein (S. 57–67). Dankenswert ist insbesondere, dass bei alldem gelegentlich auch wesentlich ältere kunsthistorische Literatur noch einmal zur Sprache kommt und insgesamt die englischsprachige Forschung mehr Raum gewinnt als gemeinhin üblich.

Seiten 455 - 459

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.ZfdPhdigital.de/ZFDPH.03.2009.455

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