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Psychoanalyse, Historische Emotionsforschung, Literaturwissenschaft: ein schwieriges Verhältnis. Überlegungen eines Mediävisten

Historische Emotionsforschung hat seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts in den verschiedensten kulturwissenschaftlichen Disziplinen (Philosophie, Geschichtswissenschaft, Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft, Psychologie, Soziologie, u.a.) eine so breite Akzeptanz erlangt – dokumentiert in einer inzwischen nicht mehr überschaubaren Publikationsflut –, dass man fast den Eindruck gewinnen kann, diese Forschungsrichtung sei tatsächlich erst zu diesem Zeitpunkt entstanden. Dieser Eindruck suggeriert, dass die Psychoanalyse, die doch schon auf eine hundertjährige Praxis zurückblicken kann, mit dieser Historischen Emotionsforschung nichts gemein hat. Laufen also Psychoanalyse und Historische Emotionsforschung beziehungslos nebeneinander her? Ein Blick in beider Geschichte lässt ein spannungsvolles, teilweise distanziertes Verhältnis erkennen. Greifen wir als Beispiele die Psychologie und die Literaturwissenschaft heraus.

Seiten 388 - 417

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.ZfdPhdigital.de/ZfdPh.03.2011.388

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