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Subjektstudien: Zu Robert Musils Novelle „Die Amsel“

Robert Musils Prosasammlung "Nachlaß zu Lebzeiten" enthält ein Programm. Es führt vom Neuen Sehen der Wiener Moderne zum Entwurf eines Neuen Erzählens in der Novelle "Die Amsel". Experimentell ausgewertet wird in dieser Erzählung die Geschichte des modernen Subjekts. Musil thematisiert den klassisch-humanistischen Subjektbegriff und kommentiert dessen Umwertung in der Moderne. Schillers Bestimmung, im Menschen sei "etwas, das bleibt, und etwas, das sich unaufhörlich verändert", "Person" und "Zustand", wird mit der modernen Erfahrung kontrastiert, dass dem erlebten Zustand ein Gleichbleibendes, gar eine Gleichgültigkeit im doppelten Wortsinn entgegenwirkt.

Robert Musil's collection of prose writings "Nachlass zu Lebzeiten" contains a programme. It leads from the New Vision of Viennese Modernism to the design of a New Narrative in the novella "Die Amsel" (The Blackbird). This story gives an experimental evaluation of the history of the modern subject. Musil makes the classical- humanist concept of the subject his theme and comments on its re-evaluation in modern times. Schiller's observation that humankind has "something which remains constant and something which is continuously changing", "person" and "condition", is contrasted with the modern perception that the condition we experience is counteracted by an invariable factor or even an indifference.

Seiten 504 - 526

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.ZfdPhdigital.de/ZFDPH.04.2004.504

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