Inhalt » Archiv » Ausgabe 02/2001 » Susanne M. Zantop, Kolonialphantasien im vorkolonialen Deutschland (1770-1870), Erich Schmidt, Berlin 1999, (Philologische Studien und Quellen 158).

Susanne M. Zantop, Kolonialphantasien im vorkolonialen Deutschland (1770-1870), Erich Schmidt, Berlin 1999, (Philologische Studien und Quellen 158).

Die wichtige Studie der im Januar 2001 auf tragische Weise ums Leben gekommenen amerikanischen Germanistin Susanne M. Zantop, „Colonial Fantasies: Conquest, Family and Nation in Precolonial Germany (1770–1870)“, 1997 in der Duke University Press erstmals erschienen, liegt nun auch auf Deutsch vor. In ihrem Zentrum stehen die Kolonialphantasien, jenes „latente, diffuse Kolonialstreben“ (10), das schon lange vor dem Beginn der offiziellen deutschen Kolonialpolitik eine zunehmend wichtige Rolle spielte. Zantop versteht Phantasien als „Bindeglied zwischen Individuum und Kollektiv, individuellem und politischem Unbewußten einer Gesellschaft“ (13). Phantasien spielen eine entscheidende Rolle bei der Herausbildung einer nationalen Identität, die auf der Illusion einer „Familie“ basiert. Die Konzeption von Edward Said erweiternd, betont Zantop die Kategorien Geschlecht und Sexualität in den Kolonialphantasien: sie geben die Folie ab, vor der sich der weiße Mann im kolonialen Kontext definiert.

Seiten 292 - 295

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.ZfdPhdigital.de/ZFDPH.02.2001.292

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