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Susanne Rikl, Erzählen im Kontext von Affekt und Ratio. Studien zu Konrads von Würzburg Partonopier und Meliur. Frankfurt am Main [u.a.]: Lang 1996 (Mikrokosmos Bd. 46).
Zwischen 1987 und 1996 sind zu Konrad von Würzburg gut 120 Abhandlungen erschienen mehr als in den voraufgehenden 80 Jahren zusammen. Diese sich schon seit Ende der sechziger Jahre abzeichnende, inzwischen aber rasant und überproportional beschleunigte Entwicklung hängt (obwohl natürlich auch durch das Jubiläumsjahr 1987 begünstigt) vor allem damit zusammen, daß Konrad ganz offensichtlich vieles zu bieten hat, was im Rahmen neuerer und neuester Paradigmen der Altgermanistik verwertbar ist: Mentalitäts- und Kulturgeschichtliches, Literatursoziologisches, neuerdings (Strohschneider 1997 zum Schwanritter) auch Medienge schichtliches; sogar vereinzelte strukturalistische, dekonstruktivistische und feministische Ansätze liegen vor (Simon 1990, Dahnke-Holtmann 1989, Eming 1994). Aber auch die beiden Aspekte, die im Fall dieses Autors schon recht früh Beachtung gefunden haben, also Ästhetik und Kunst- bzw. Literaturtheorie, sind nach der Freisetzung aus dem Epigonenverdikt (zu dem eigentlich nur noch Werner Schröder zu stehen scheint) verstärkt zum Gegenstand interpretatorischer Bemühungen geworden. Innerhalb des Konradschen Gesamtoeuvres hat der Partonopier schon immer zu den von der Forschung meistbehandelten Texten gehört dies natürlich zunächst im Rahmen stoff- und motivgeschichtlicher Betrachtungen. In den letzten zehn Jahren hat er sich hinter dem anscheinend uneinholbaren Trojanerkrieg, dem Engelhard und der Goldenen Schmiede (die allerdings nur durch die verschiedenen Arbeiten der Bertau-Schule auf einen solchen Spitzenplatz gelangt ist) und mit deutlichem Abstand vor allen weiteren Texten Konrads als Gegenstandwissenschaftlichen Interesses behaupten können. Dafür sind nicht nur das Nachtigallen-Gleichnis und weitere kunsttheoretische Passagen des Prologs verantwortlich, sondern neben einigen der o.a. Perspektiven auch Aspekte der Personendarstellung und der Narrativik.
Seiten 121 - 125
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.ZfdPhdigital.de/ZFDPH.01.1999.121
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