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Thomas Manns Zauberberg im Lichte einer unbeachteten Venusberg-Novelle
Der ursprüngliche Entwurf des Zauberbergs als Novelle ist eines der größten Desiderate der Thomas-Mann-Forschung. Einige Umrisse lassen sich auf indirektem Wege durch die Stoffgeschichte rekonstruieren. Einen Beitrag hierzu liefert die Entdeckung, dass der Venusberg in spezifischer Verbindung mit den Hauptpersonen und einigen zentralen Motiven über eine stoffgeschichtliche Linie zum Novellen Fundus Paul Heyses zurückzuverfolgen ist. Schon auf dieser Stufe sind die Figuren Settembrini und Peeperkorn deren Ursprünge oft viel später angesetzt werden nachweisbar. Die tiefgreifende Umgestaltung folgt Prinzipien, die Thomas Mann wiederholt für sein Liebesepos postuliert hat: der Ablehnung des romanischen Kunstgeschmacks und der hahnenmäßigen Eifersucht. Die Gründe, warum Paul Heyse als rezeptionsgeschichtlicher Problemfall bisher von der Diskussion ausgeschlossen wurde, werden erörtert.
One of the most elusive questions of Thomas Mann research is what the first draft of Der Zauberberg as a novella might have looked like. The discovery that the subject of the Mountain of Venus complete with some of the main characters and central motifs can be traced back to the collection of novellas by Paul Heyse helps to reconstruct some features of the original outline. Characters like Settembrini and Peeperkorn are already fully recognizable at this stage. They were not, as is often assumed, introduced into Manns epic novel later on. The re-writing of the subject matter follows the main principles which Thomas Mann repeatedly claimed as central to his treatment of the love story: the rejection of the Romance culture of the Catholic south and the theme of hot-blooded rivalry. The reasons why Paul Heyse has hitherto been excluded from the debate are examined in the light of the exceptionally problematic reception of his work.
Seiten 253 - 269
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.ZfdPhdigital.de/ZFDPH.02.2010.253
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