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„Wie haben wir alle gebetet“ – Zu einer Leitfigur der klassisch-modernen Lyrik

Zu einer Leitfigur der klassisch-modernen Lyrik

Als zentrales Phänomen der Religion und Exponent einer absoluten Rhetorik empfiehlt sich das Gebet zu einem privilegierten Medium der Austauschprozesse zwischen Literatur- und Religionssystem. In einer früheren Studie des Verfassers waren dazu die protoästhetischen Strukturen ‚echter', pragmatischer Gebetstexte an einem Fallbeispiel der Zeit um 1500 herauszustellen (vgl. ZfdPh 3/2004). Um 1900 - von den "Modernen Dichter-Charakteren" bis zur "Menschheitsdämmerung" und darüber hinaus - erreicht das Gebet nun einen Zenit als Strukturfigur ästhetischer, insbesondere lyrischer Kommunikation.

As a central phenomenon of religion and an exponent of absolute rhetoric, prayer can be seen as a privileged medium in the process of exchange between literary and religious systems. In an earlier study, the author uncovered the protoaesthetic structures of 'real', pragmatic prayer texts using an example from the period around 1500 (cf. ZfdPh 3/2004). Around 1900 - from the "Moderne Dichter-Charaktere" to "Menschheitsdämmerung" and beyond - prayer reaches a zenith as a structural figure of aesthetic, especially lyrical communication.

Seiten 235 - 247

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.ZfdPhdigital.de/ZFDPH.02.2006.235

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